Sifa im Schlaf

Ups: In Baden-Württemberg ist eine S-Bahn „minutenlang“ mit einem ohnmächtigen Lokführer weiter gefahren. Dabei wurden drei Haltestellen „durchgefahren“. Das ist recht verwunderlich, denn eigentlich gibt es die Sicherheits­fahrschaltung (Sifa), die bei Nichtbetätigung in einem vorgegebenen Rhythmus automatisch den Zug stoppt.

Die Bahn erklärte: „Die Auswertung des Fahrtenschreibers hat keinerlei Abweichungen bei der Auslösung der sogenannten „Totmanntaste“ ergeben.“

Wenn das stimmt, dann kann der Lokführer die Sifa wortwörtlich „im Schlaf“ betätigen. Derzeit wird der Zug untersucht, die Polizei hat die Aussage der Bahn zu dem Fahrtenschreiber bisher nicht bestätigt. Der Lokführer soll krankgemeldet sein und konnte noch nicht vernommen werden.

Der Vorfall zeigt auch, wie fatal es ist, dass die Notbremsen in vielen Zügen nur ein Alarmsignal an den Fahrer geben und keine tatsächliche Bremsung auslösen: Dadurch konnte der Zug auch von den Fahrgästen nicht gestoppt werden. Ein Glück, dass in diesem Fall nichts passiert ist.

2 thoughts on “Sifa im Schlaf

  1. Ja, das mit dem Betätigen der SiFa-Einrichtung im Schlaf ist leider wirklich möglich, ich habe das bei einem Bahn-Feuerwehrlehrgang erläutert bekommen, dass „zuckende“ Füße zu einer Berufskrankheit bei Lokführern werden können.

    Dass es die Notbremsüberbrückung gibt, war mir bewusst, aber ich habe bisher immer gedacht, dass diese nur in Fernverkehrszügen verwendet wird.

    1. Oha. Ich habe gerade nochmal geguckt, es gibt wohl nichts neues bei der Geschichte. Aber scheinbar hat die Zug-Baureihe die Besonderheit, dass die NBÜ auch über die Fußwippe vom Fahrer bestätigt werden kann. Da sagt auch ein Eisenbahner:

      Manche Kollegen bedienen die Sifa sogar im Schlaf und wippen im Bett mit dem Fuß

      Gruselig.

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