Glossar

Ein nicht ganz ernst gemeintes Glossar über Bus und Bahn.

Bahnsteig, der

Ort zum Ein- und Aussteigen der Bahn, wird überwiegend zum Warten genutzt. Meistens an seinem ungepflegten Zustand (Uringeruch, Graffiti, festgetretene Kaugummis auf dem Boden, nicht funktionierender Aufzug) zu erkennen. Service-Tipp: Wenn man vor der Bahnfahrt zu Hause duscht kann man sich dank Zugdurchfahrten das Fönen sparen.

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Bahnübergang, der

Aussterbende Art um die Bahngleise überqueren zu dürfen. Bahnübergänge werden nicht mehr gebaut und vorhandene versucht durch Brücken oder Tunnel zu ersetzen (für Fußgänger Personenüberführung und Personenunterführung). Die Bahn begründet das mit mehr Sicherheit.

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Befehlstab, der

Stab mit runder weißer Scheibe mit grünem Rand darauf, früher aus Holz, heute aus Plastik. Mit dem Befehlsstab gibt der Zugführer das Abfahrsignal.

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Betriebsablauf, der

Sorgt bei der Bahn regelmäßig für Verzögerungen.

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ca. 5 Minuten

Können bei der Deutschen Bahn bis zu 9:59 Minuten dauern, da die Bahn abrundet. Dementsprechend dauern „ca. 10 Minuten“ bis zu 14:59 Minuten. Auch auf die Stastik der Verspätungen hat das Auswirkungen: Ein Zug gilt erst ab der 6. Minute als verspätet, mit 5:59 Minuten gilt er noch als pünktlich. Schönrechnerei? Die offizielle Begründung der Bahn geht auf die Minutensprunguhren zurück:

Die 5 Minuten-Definition kommt noch aus der Zeit der Bahnhofsuhren ohne Sekundenzeiger. Dementsprechend endete am Bahnsteig die 5. Minute „optisch“ erst mit dem „Zeigersprung“ auf die 6. Minute nach Ankunft eines Zuges. Daher erhebt die DB die sog. 5-Minuten-Pünktlichkeit nach wie vor nach dem gleichen Prinzip mit 5:59 min.

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Entschädigung, die

Muss die Bahn an den Fahrgast zahlen, wenn der Zug Verspätung hatte. Gibt es erst ab mindestens 60 Minuten Verspätung, bei Abotickets gibt es pauschale Entschädigungen von 2,25 Euro (1. Klasse) bzw. 1,50 Euro (2. Klasse) pro Fahrt. Da erst ab 4 Euro Entschädigungen (meistens in Gutscheinen) ausgezahlt werden, muss man mindestens zwei Mal (1. Klasse) bzw. drei Mal (2. Klasse) Verspätungen erleben, bis man diese geltend machen kann.

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EVG, die

Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, gilt als Konzernnah und wird von Eisenbahnern als „Arbeitgebergewerkschaft“ bezeichnet. Droht in Tarifverhandlungen zwar schon mal mit Streiks, führt sie aber selten aus. Drei EVG-Mitglieder, darunter der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner, sitzen im DB-Aufsichtsrat.

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Fahrgastfluss, der

Bezeichnet die Regelung, dass beim Bus vorne eingestiegen und hinten ausgestiegen werden soll. Ist in der Praxis eher nervig als nützlich.

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Fernverkehr, der

Verbindungen zwischen mindestens zwei großen Städten, die man mit IC oder ICE zurücklegt. Rechtlich muss die Fahrzeit mindestens eine Stunde dauern.

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GDL, die

Gewerkschaft Deutscher Lokführer, knallharter Verhandlungspartner bei Tarifverhandlungen, die auch Streiks durchführt.

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Gutschein, der

Gibt es bei der Bahn als Entschädigung für Verspätungen. Finden sich manchmal auch auf Lebensmitteln im Supermarkt, um neue Kunden anzulocken.

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Hierarchie, die

Lautet bei der Bahn: Güterverkehr vor Fernverkehr (IC, ICE) vor Nahverkehr (RB, RE, S-Bahn).

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Höhenunterschied, der

Entsteht, wenn die Bahn Züge kauft, welche höher oder tiefer sind als die Bahnsteige, an denen der Zug hält.

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Kontrolleur, der

Umgangssprachlich für Schaffner.

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Kurzzug, der

Besteht aus nur einem Waggon, in dem es für die Fahrgäste insbesondere während dem Berufsverkehr richtig kuschelig wird. Passiert, wenn der zweite Waggon abgekoppelt werden musste, weil er kaputt ist. Auch schlechte Planung, wo welcher Zug eingesetzt wird, sorgt für Kurzzüge.

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Nahverkehr, der

Kurze Strecken, werden meistens mit S-Bahnen, RB und RE bedient. Auch Busse, Straßen- und U-Bahnen zählen zum Nahverkehr.

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ÖPNV, der

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), siehe Nahverkehr.

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Pendler, der

Berufstätiger, der zwischen Wohnort und Arbeitsort „pendelt“. Muss als Bahnfahrer starke Nerven haben und immer mit Verzögerungen im Betriebsablauf rechnen. Außerdem sollte er keine Angst vor dem Höhenunterschied haben.

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Personenüberführung, die

Brücke über den Gleisen. Da unter der Brücke auch noch die Stromleitungen durch müssen sind die Brücken meistens recht hoch und daher bei Fahrgästen eher ungebeliebt.

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Personenunterführung, die

Tunnel unter den Gleisen. Erkennbar an den vollgesprayten Wänden und dem penetranten Urin-Geruch, meistens auch mit Pfützen dessen chemische Zusammensetzung man gar nicht wissen möchte.

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Pönale, die

Strafzahlung, welche Verkehrsbetriebe in Bayern bei Verstößen gegen die Verträge mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) an die BEG bezahlen müssen. Gründe für Pönale sind unter anderem Verspätungen, wenn Zugbegleiter-Quoten nicht erfüllt werden und bei negativen Ergebnissen von Fahrgast-Befragungen. Das Geld wird zum Großteil wieder in neue Projekte investiert.

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SEV, der

Abkürzung für Schienenersatzverkehr.

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Schaffner, der

Zuständig für die Kontrolle der Fahrkarten. Schaffner haben ein Gespür dafür, in den unpassendsten Momenten aufzutauchen.

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Schienenersatzverkehr, der

Eingerichtete Alternative, wenn die Bahn wegen Bauarbeiten oder einer Streckensperrung nicht fährt. Meistens fahren entlang der Bahnstrecke dann heruntergekommene (Reise-)Busse. Die Fahrten sind ein reines Abenteuer, manchmal auch für die ortsunkundigen Fahrer. Glück hat man, wenn der Schienenersatzverkehr von einem örtlichen Taxiunternehmen übernommen wird. Doch selbst dann muss man ungefähr mit dem Dreifachen der sonst üblichen Reisezeit rechnen.

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Sifa, die

Abkürzung für Sicherheitsfahrschaltung. Soll dafür sorgen, dass der Zug automatisch bremst, wenn die Schaltung nicht regelmäßig vom Fahrer betätigt wird. In der Praxis taugt das eher weniger.

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Streik, der

Mittel, wenn die Deutsche Bahn versucht, die GDL bei den Tarifverhandlungen auszutricksen. Trifft bei vielen Pendlern nicht auf Verständnis.

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Verspätung, die

Normalzustand bei der Deutschen Bahn, da in der offiziellen Statistik erst 6 Minuten als Verspätung gelten. Ca. 5 Minuten gelten somit nicht als Verspätung. Entschädigung gibt es ohnehin erst ab mindestens 60 Minuten Verspätung.

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Verzögerung, die

Tritt meistens im Betriebsablauf auf. Eigentlich nur ein Ersatz-Wort, um nicht Verspätung zu sagen.

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Vorstand, der

Besteht aus mehrern Personen, die zusammen ein Unternehmen leiten. Vorstandsmitglieder verdienen im Nahverkehr im sechsstelligen Euro-Bereich.

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Zugbegleiter, der

Abkürzung „Zub“. Andere Bezeichnung für Schaffner. Nicht mit dem Zugführer zu verwechseln.

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Zugdurchfahrt, die

Ein Zug, der am Bahnsteig nicht hält sondern völlig überraschend mit bis zu 200 km/h einfach durchfährt (Güterzüge nur bis 120 km/h). Ohne Scherz: Erst ab 80 km/h Durchfahrtsgeschwindigkeiten bekommt ein Bahnsteig Markierungen und Hinweis-Schilder, eine Lautsprecher-Durchsage macht die Deutsche Bahn jedoch erst bei Geschwindigkeiten ab 160 km/h (also praktisch nie). Es ist ja auch einfacher, ein paar hippe Internet-Videos zu produzieren.

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Zugführer, der

Leiter mehrerer Schaffner im Fernverkehr. Erkennbar daran, dass er eine rote Binde auf der Uniform trägt und das Abfahrsignal mittels eines Befehlstabs gibt. Meistens pfeift er auch auf einer Trillerpfeife.

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