Erste Eisenbahn in Westdeutschland

Auf dem Stadtfest in Erkrath war am 2. Juli 2016 in der Stadthalle die Wanderausstellung „175 Jahre Eisenbahn in Westdeutschland“ zu sehen, wo man vom Lokschuppen Hochdahl eine ausführliche Dokumentation über die Entstehung der Bahnstrecke Düsseldorf–Elberfeld sehen konnte.

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Der erste Streckenabschnitt (der gleichzeitig auch die erste Bahnstrecke in Westdeutschland war) befand sich zwischen Düsseldorf und Erkrath, gebaut wurde ab dem 9. April 1838 und schon am 20. Dezember 1838 wurde er eingeweiht. Drei Jahre später, am 3. September 1841, wurde schließlich die gesamte Strecke zwischen Düsseldorf und Wuppertal-Elberfeld eröffnet.

Der erste Fahrplan

Damals fuhren die Züge nicht täglich und im 20-Minuten-Takt bzw. 30-Minuten-Takt, sondern an ausgewählten Tagen. Der erste Fahrplan, den der Eisenbahnverein bisher ermitteln konnte:

Tag und Datum Abfahrten
von Düsseldorf von Erkrath
Freitag, 21. Dezember 1838 10 Uhr Morgens 10 1/2 Uhr Morgens
Sonntag, 23. Dezember 1838 11 1/2 Uhr Morgens 12 1/2 Uhr Morgens
Dienstag, 25. Dezember 1838 2 Uhr Nachmittags 3 Uhr Nachmittags
Mittwoch, 26. Dezember 1838 (keine Zeiten bekannt)
Samstag, 29. Dezember 1838 (keine Zeiten bekannt)
Sonntag, 30. Dezember 1838 (keine Zeiten bekannt)
Dienstag, 1. Januar 1839 (keine Zeiten bekannt)

Preise

Früher gab es noch 3 Klassen mit folgenden Preisunterschieden:

  • Wagen I. Klasse: 10 Sgr.
  • Wagen II. Klasse: 7 1/2 Sgr.
  • Wagen III. Klasse: 5 Sgr.

Zum (ungefähren) Vergleich: Die dritte Klasse hat knapp mehr gekostet als der Tageslohn einer Strickerin oder Weißnäherin. Die erste Klasse war so teuer wie drei Schwarzbrote. (Quelle für die Lebenshaltungskosten)

Strafzahlungen

Kurios: Für jeden ausgefallenen Zug musste die Bahn 100 Taler Strafe an das Ministerium zahlen. Das existiert in ähnlicher Form sogar für Verspätungen leider nur noch in Bayern, das Geld geht auch nicht an ein Ministerium sondern an die Bayerische Eisenbahngesellschaft und ist eher als Vertragsstrafe anzusehen (siehe Pönale im Glossar).

Im letzten Jahr fuhren in Deutschland übrigens rund 2,5 Milliarden Personen mit der Bahn. Das ist, wie wenn jeder Bundesbürger über 31 Mal mit der Bahn gefahren ist. Zustände wie 1838 sind angesichts dessen kaum vorstellbar.

Mehr zur Geschichte und weitere Fahrpläne gibt es auf der Seite vom Lokschuppen Hochdahl: Von der Düsseldorf-Elberfelder bis zur DB AG.

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